Geopolitische Krisen und militärische Konflikte im Nahen Osten verunsichern verständlicherweise viele Anleger. Schnelle Fragen kommen auf: Wird die Weltwirtschaft bleibenden Schaden nehmen? Wie werden die Finanzmärkte reagieren? Doch die wichtigste Frage lautet: Was lehrt uns die jahrzehntelange Historie der Märkte über solche Krisen?
In unserem aktuellen Format „5 Minuten für mehr Finanzwissen“ richten wir den Blick konsequent auf die Fakten und die historische Resilienz der globalen Kapitalmärkte. Wer langfristig Vermögen aufbaut, muss zwangsläufig lernen, politische und wirtschaftliche Turbulenzen gelassen auszusitzen.
Langfristig investieren bedeutet, Krisen zu überstehen
In den vergangenen mehr als 50 Jahren haben globale Anleger eine schier endlose Liste an extremen Herausforderungen erlebt: zweistellige Inflationsraten in den 1970er Jahren, schwere Finanzkrisen, eine weltweite Pandemie (COVID-19) und unzählige geopolitische Konflikte weltweit.
Doch wer damals den Mut besaß, investiert zu bleiben, wurde reichlich belohnt:
Abbildung 1: Wachstum von 1 USD, investiert in den MSCI World Index von Januar 1970 bis Juni 2025. Trotz aller Krisen stieg der Wert auf 126 USD an. Quelle: MSCI World Index (Nettodiv.).
Trotz all dieser scheinbar unüberwindbaren historischen Hürden: Hätte man im Jahr 1970 einen einzigen US-Dollar in den MSCI World Index investiert, wären daraus bis zum 24. Juni 2025 spektakuläre 126 US-Dollar geworden. Diese historische Entwicklung beweist eindrucksvoll, wie widerstandsfähig die Weltwirtschaft im Kern ist. Märkte passen sich kontinuierlich an neue Rahmenbedingungen an.
„Geopolitische Konflikte sind besorgniserregend – aber an den Kapitalmärkten sind sie historisch gesehen kein neues Phänomen. Die Wirtschaft hat sich bislang von jedem Rückschlag erholt.“
Nach Kursrückgängen folgen oft starke Erholungen
Ein wesentlicher Fehler vieler Anleger ist es, in unruhigen Phasen zu verkaufen und auf „sichere Häfen“ auszuweichen. Wer so reagiert, verpasst in der Regel die stärksten Erholungsphasen, die fast immer unmittelbar auf heftige Einbrüche folgen.
Eine wissenschaftliche Analyse auf Basis von Daten seit 1926 zeigt, wie lohnend das Durchhalten nach Marktkorrekturen im Durchschnitt ist:
Abbildung 2: Kumulierte Durchschnittsrenditen nach Markteinbrüchen von 10 %, 20 % und 30 % auf Sicht von 1, 3 und 5 Jahren. Quelle: Dimensional.
Nach einem Marktrückgang von 10 % legten US-Aktien auf Sicht von 12 Monaten im historischen Durchschnitt um 12,5 % zu. Nach heftigeren Korrekturen von 20 % oder 30 % überstieg die kumulierte Durchschnittsrendite im darauffolgenden Jahr sogar die 20 %-Marke. Wer in der Krise den Markt verlässt, beraubt sich selbst dieser enormen Aufholjagd.
Drei bewährte Empfehlungen für Ihr Vermögen
Damit Sie auch diese und zukünftige geopolitische Phasen souverän meistern, empfehlen wir die konsequente Einhaltung von drei Kernprinzipien:
- 1. Bleiben Sie investiert: Die Finanzmärkte verarbeiten neue Informationen blitzschnell und preisen Risiken ein. Disziplin wird am Kapitalmarkt langfristig belohnt.
- 2. Vertrauen Sie auf Diversifikation: Ein maximal breit gestreutes Portfolio federt die Risiken einzelner Sektoren, Regionen oder politischer Krisenherde zuverlässig ab.
- 3. Denken Sie langfristig: Ein solider, wissenschaftlich fundierter Finanzplan hilft Ihnen dabei, das tägliche Rauschen der Nachrichten auszublenden und den Blick auf das ferne Ziel zu richten.
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